1 Jahr #metoo

…und es geht weiter! Es hat sich durchaus einiges getan seit einem Jahr. Bewusstwerdung, Austausch und an manchen Stellen sogar kritische Aufarbeitung. Die Debatte muss weitergeführt werden, weil es jeden Tag Übergriffe und Gewalt gegen Frauen* gibt, weil ein Großteil der Kritik sich selbst als misogyn und reaktionär entlarvte. Aber sicher gab es auch berechtigte Zweifel und Kritik. (s. auch Artikel unten)
Auch ich hatte gemischte Gefühle, selbst als ich die Worte A. Milanos in meinem Feed teilte, hatte ich noch gewisse Vorbehalte. Ich sprach die Tage und Wochen viel mit Freund*innen und Bekannten und einerseits spürten wir eine Bestärkung, wir gaben uns Trost, eine sehr tiefe Form der Solidarität und gleichzeitig hatten wir Angst in einem gemeinsamen Opferkollektiv aufzugehen bzw. individuell in die Identitätsfalle zu tappen. Als ich gefragt wurde, ob ich bei der #metoo Demo sprechen würde, sagte ich sofort zu, nicht weil ich meine Geschichten loswerden wollte, sondern weil ich unseren Schmerz und unsere Wut gesellschaftlich einordnen wollte. Die Bestandsaufnahme von Federica Matteoni in der Jungle World bringt das letzt Jahr gekonnt und kritisch auf den Punkt.