about

TheresaWer ist diese Theresa und was ist ihr Auftrag?

Als Kind habe ich ein Megaphon verschluckt. In meiner stürmischen Jugend im Wasserglas veranstaltete ich Soirees in Heilbronn. Hier trug ich meine ersten zornigen, bis dekadent übersättigten Gedichte mit viel Pathos und wenig Verständnis für meine Ex–LiebhaberInnen und die Welt vor. Die Lokalpresse zeigte sich schockiert über meine »weibliche Sicht auf die Erotik« und stellte fest: »Theresa Lehmann weiß, es deepthroatet sich besser mit ausgeschlagenen Zähnen.« Alsbald waren mir die Bad Boys der Kleinstadt zu langweilig und ich zog in die große Stadt, nach Berlin.

Ich heuerte bei »Femen« an, und legte mich fortan mit viel spannenderen Bad Boys an, wie Putin zum Beispiel. Ein Jahr lang betätigten sich meine Brüste politisch. Ab und zu brannte auch eine Mate-Flasche. Doch auch »Femen« schmeckte irgendwann nicht mehr, zu verkrustet waren die autoritären Strukturen, zu dämlich so manche Aktion. Es folgte »Hinter den Brüsten«, eine Berliner Abspaltung, wo ich mich mit Spätzle gegen Nazis im Prenzlauer Berg, Konfetti gegen Birgit Kelle, einem Musikvideo für die Riotgrrrl-Band »Doctorella«, und einer großen »Liebe wen du willst«-Demo, dem Aktivismus hingab.

Bei Konferenzen, Podiumsdiskussionen und in Vorträgen referiere ich über Femeale/ LGBTI* Health & Antifeminismus.
Mein momentaner Schwerpunkt ist das Thema Menstruation. Warum findet diese Einzug in die Popkultur? Blutflecken für die Sichtbarkeit – was bringt das eigentlich?, Wie hat sich die Rezeption der Menstruation über die Zeit verändert? Welche Mythen, Bilder & Intentionen stecken hinter Phänomenen wie Free Bleeding, Period Art und warum 2016 längst noch nicht alles über die Menstruation bekannt ist, wie Zyklustracking Apps darauf Einfluss nehmen können und was eigentlich gerade in der Forschung passiert, diesen und ähnlichen Fragen widme ich mich gerade

Ich bin 27 Jahre alt, wohne in Berlin und studiere dort Politikwissenschaft an der Freien Universität.